Europa Nostra Award 2004 Dorferneuerung Windberg

Europa Nostra Award 2004 Dorferneuerung Windberg

Europa Nostra Award 2004 für die Dorferneuerung Windberg

Ausgangssituation und Zielsetzung

Der Ort Windberg liegt am Rande der Donauebene auf einer Hügelkuppe des bayerischen Grenzlandes. Die Entfernung zu den Staatsgrenzen nach Tschechien und Österreich beträgt jeweils ca. 60 km. Das urkundlich erstmals 1125 erwähnte Klosterdorf wird bereits in der Fernsicht durch die markante Silhouette der mittelalterlichen Klosteranlage, insbesondere der Klosterbasilika geprägt. Zu dem unter Denkmalschutz stehenden Klosteresemble gehören neben dem Prämonstratenser-Kloster auch eine Vielzahl, seit der Säkularisation von 1803, profan genutzter Gebäude im Ortskern.

Allerdings verfiel diese bedeutende historische Bausubstanz im Ort seit den 70er Jahren immer mehr. Die Attraktivität der Ortsmitte als Wohnlage nahm dabei stetig ab. Historische Gebäude wurden abgebrochen, was bewohnt blieb wurde „zeitgemäß“ restauriert: Große Fenstereinbrüche, Türen aus dem Baumarkt, künstliche Materialien. Die Dorfbewohner gewöhnten sich an diesen Zustand. Es wurden zwar neue Siedlungen am Ortsrand ausgewiesen, aber das alte Dorf interessierte nur noch wenige. Dass man in einem besonderen Umfeld lebte war niemand mehr so recht bewusst.

Bis eine kleine Gruppe nachdenklicher Dorfbewohner beschloss, den Zustand des Verfalls nicht länger hinzunehmen und öffentlich über den negativen Zustand zu reden. Der Kern dieser Gruppe bestand aus Mitgliedern des Klosterkonvents und der neu gewählten Vorstandschaft der 1991 angeordneten Dorferneuerung. Durch die öffentliche Diskussion wurde allmählich der Blick von immer mehr Menschen auf den erbärmlichen Zustand des historischen Ortskernes gelenkt. Die Stimmung schlug um. Allerdings war diese Stimmung nicht nur positiv. Anfänglich plädierte ein Teil der Bewohner noch für den Abbruch der Halbruinen, weil man sich eine Sanierung und sinnvolle Nutzung einfach nicht vorstellen konnte. Man vermutete, dass horrende Summen aufgewendet werden müssten. Summen, die ein kleines Dorf nicht aufbringen könne.

Unter dem Leitbild „Zukunft aus Geschichte“ wurden in Windberg im Rahmen der Dorferneuerung Wege aufgezeigt, wie durch neue Denkansätze auch bei äußerst geringer finanzieller Leistungskraft einer kleinen politischen Gemeinde eine ganzheitliche und nachhaltige Dorfentwicklung umgesetzt werden kann. Neben der Sanierung und Wiederbelebung historischer Bausubstanz stand dabei auch die Stabilisierung und Verbesserung des Gemeinschaftslebens, die Ausweitung des kulturellen dörflichen Lebens und die Dorfökologie im Vordergrund.

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